"Entrepreneurship als Entwicklungspotential für den Einzelnen und die Gesellschaft"

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Ein Bericht der Stipendiaten Christian F. und Andreas M. – April 2016

BLICK ÜBER DEN TELLERRAND

Das Château d’Orion lässt schon im Namen einen außergewöhnlichen Ort vermuten. Den Alltag sollten wir hier ausblenden können, um auf neue Gedanken zu kommen.

Gelegen in der südfranzösischen Provinz Béarn, regt der Blick vom Grundstück des Châteaus in der Tat zum Nachdenken an: Eine weite, grüne Landschaft trifft am Horizont auf die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen. Die herzliche Begrüßung durch die Gastgeber und das Kennenlernen der anderen Teilnehmer erweckte unsere Vorfreude auf diese Denkwoche.

SOZIALES ENTREPRENEURSHIP

Das Thema der verfügbaren Zeit bestimmte dabei Professor Faltin. Seine Mission? Der kalten Schulter der großen Unternehmen eine bessere Alternative bieten. Ein Ziel, das auch die Gründungsfamilie des Chateaus durch seine philosophischen Denkwochen verfolgt. Faltins These: Wir müssen zurück zu dem Denken, dass Ökonomie eine Dienerin der Gesellschaft ist, nicht ihre Tyrannin. Das Gründen von Unternehmen stellt daher eine Möglichkeit dar, die Welt positiv zu verändern. Dies ist die Leidenschaft des 71-jährigen. Er möchte eine schlagkräftige Opposition von Entrepreneuren aufbauen, die durch ihre Gründungen die sozialen Probleme unseres Planeten anpacken und ihn damit ein stückweit lebenswerter macht.

ATMOSPHÄRE

Gerade die kleine Teilnehmerzahl und die lockere, offene Atmosphäre ließen jene übliche Distanziertheit herkömmlicher Seminare gar nicht erst zu. Dazu trägt insbesondere das Team des Châteaus ihren Teil bei. Die Herzlichkeit und Offenheit gekoppelt mit einer selten erfahrbaren Gastfreundschaft übertrug sich auf die Teilnehmer und schweißte alle zu einer Gemeinschaft zusammen. Die Woche wurde von allen als sehr intensiv wahrgenommen. Von morgendlichen

KONZEPTE SCHMIEDEN

Laufgemeinschaften, gemütlichem Frühstück, lehrreichen Workshops, vielseitigem Mittag- und Abendessen, spontanen Boule-Partien oder entspannten Gesprächen am Kamin – wir verbrachten die gegebene Zeit eng auf eng zusammen. Jeden Einzelnen der zwölf Teilnehmer konnten wir näher kennen lernen und dabei ihre Geschichten und Pläne erfahren. Im Nachhinein waren vielleicht gerade diese Gespräche die wertvollsten Gedankenanstöße, die wir erhielten. Die Vielfalt an Denkweisen ermöglichte nicht nur das eigene Konzept neu auszurichten, sondern viel ursächlicher das eigene Denken zu verändern.

Günter Faltin gilt mit seinem Ansatz, dass Entrepreneurship heute allgemein zugänglich ist, als Vordenker einer neuen Gründermentalität. Nachdem wir die ersten Tage nutzten, um uns mit allgemeiner Theorie auseinanderzusetzten, galt der zweite Teil der Woche den individuellen Konzepten der Teilnehmer. Gerade das Überdenken der eigenen Idee, das Abstrahieren als auch das Konkretisieren empfanden wir als sehr motivierend, erste Schritte in die Umsetzung des Einfalls zu gehen. Spannend war vor allem die Bandbreite der Konzepte: Vom effizienteren Handel von Kürbiskernölen über neue Arten von Bezahlungsmitteln bis hin zu Komponenten-Häusern hätte die Vielfalt nicht größer sein können.

FAZIT

Insgesamt ist es wohl das Zusammenspiel mehrerer Elemente: der Ort des Châteaus, die Besitzer Elke Jeanrond- Premauer und Tobias Premauer, alle Mitarbeiter, die Teilnehmer und der Vortragende, die die Denkwochen zu einem Erlebnis machten, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Wir sind sehr dankbar, dass wir an dieser Woche teilnehmen durften und freuen uns auf unseren nächsten Besuch im bereits schon sehr vermissten Château d’Orion.

Als kleines Extra ist die an einem Abend selbstverfasste Hymne zum Château D’Orion angehängt. Dabei sei angemerkt, dass wir uns damit in einen Bereich getraut haben, welcher uns als Ingenieur, Ökonom und Fotograf fachfremd ist und das Gereimte daher wohl eher inhaltliche als lyrische Qualitäten besitzt.

[Zur Melodie von Amazing Grace]

Chateau D’Orion, how sweet the placeThat saved a wretch like me
I once was lost but now I’m foundWas blind, but now I see.

Geweckt wurden wir bereits früh am Morgen: Die Kirchenglocke schlug schon um sieben.Chateau d’Orion – frei von Sorgen -
wie könnt‘ man diesen Ort nicht lieben?

Dank alter Bücher, der hoher Decke und Gemälden an der Wand streben wir nach einem höheren Zwecke,

philosophieren einst wie Kant.

Wir pflegten zudem das französ’sches Spiel - als Boule ist es hier bekannt.
Das Kugelwerfen mit einem Ziel,
so manchem Deutschen unbekannt.

Zum Essen lässt sich sagen, liebe Elke: Das war einfach einsame Spitze - trotz Blumen im Essen und Schmerz im Brot und Rahmenbedingungen unter Hitze.

Als leckeren Aperitif gab’s den ‚fromage‘ -
das Chateau spricht an alle Sinne.
Zum Kuscheln gibt es den blau‘äug’gen Mustache. Die Katz darf allerdings nicht nach drinne.

Und auf dem Boden fand‘s einen Faulen,‘nen Hund mit dem Namen Teo.
Ihm kannst du dich nähern und ihn kraulen, das macht ihn überaus froh.

Chateau D’Orion, how sweet the placeThat saved a wretch like me
I once was lost but now I’m foundWas blind, but now I see.

[weitere Strophen, die konkret mit der Denkwoche im April 2016 zu tun haben]

Die 1 Million ist nicht mehr fern,
ob Luxushotel oder Netz-Evangelium. Mit harter Arbeit nehmen wir sie gern; wir gründen das Glücksministerium.

Der Denkwoche wirklich guter Geist ist unser Professor Faltin.
Von fernen Thailand ist er angereist und gibt unseren Konzepten einen Sinn.

Willst Kürbiskernöl, das Beste der Welt, dann fragst du den guten Peter. Verkaufst du Balls, machst du das große Geld, Andy und Ralph sind unsere Kneter.

Der Jürgen im Business mit Mandel & Handel und Dieter sitzt nicht allein am Arbeitsplatz. Bewegen sich beide geschäftlich im Wandel auf der Suche nach dem gold’nen Schatz.

Für’s Chateau tritt Tobi an, das ist doch klar. Andreas meißelt eine Skulptur.
Beide kreieren das neue Seminar
und schreiben damit Bände der Kultur.

Christian ist unser überzeugter Christ, Daniel erstellt seine Videos schon. Damit sind die Flaggen bereits gehisst in Animation und Gottes Sohn.

Oscar baut aus Hanf ein modernes Hotel. Norbert schustert Häuser wie Henry Ford. Plötzlich geht das alles wahnsinnig schnell, werfen sie die Konventionen über Bord.

Zu guter Letzt schüttelt einer etwas aus dem Kittel: Eine Innovation wie damals PayPal.
Es ist Sebastien mit seinem Zahlungsmittel - damit findet er den heiligen Gral.

Tobias Premauer